Geflüchtete Besuch beim Integrationslotsen Cloppenburg e.V.

Personen v.l.n.r.: Sina Rahmini, Mohammed Daowd, Fabian Wesselmann, Farhad Faseli, Michael Jäger, Shkendije Felde, Hans-Joachim Janßen, Dr. Irmtraud Kannen, Stephan Christ, Ulla Thomée © Grüne Cloppenburg

Pressetext von Dr. Irmtraut Kannen (UWG):

Die Gruppe Grüne/UWG des Cloppenburger Kreistages und die grünen Landtagskandidaten Hans-Joachim Janssen und Stephan Christ informierten sich über die Arbeit der Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg e.V.. Von den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Honorarkräften arbeiten 32 als Sprachmittlerinnen und Sprachmittler, die sehr viel gebucht werden. Die Mitarbeiter Sina Rahmini, Farhad Faseli und Mohammed Daowd zeigten die neuen Räume, in denen der Verein jetzt Platz genug hat, um seine Projekte zu verwirklichen. Auch für Kinder ist genügend Platz. Neben intensiver Beratung, Organisation von Sprachmittlern und Begleitung zu Ämtern und Einrichtungen, werden Sprachkurse und gemeinsames Nähen und Kochen, sowie weitere Kurse angeboten.

Die Lage Auf dem Hook ist auch sehr günstig für die gute Zusammenarbeit mit dem DRK
und der VHS, sowie weiteren Bildungseinrichtungen. Der von Geflüchteten in Eigenregie
ausgebaute Dachboden wird für Fitnesskurse angeboten, die überwiegend von Frauen genutzt werden. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Friesoythe und Barßel ist auch sehr gut, wo auch viele Familienpaten die Beratung der Integrationslotsen suchen.

Die Integrationslotsen bedauern, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen eine Weitergabe der Daten von Neuzugewanderten durch die Ausländerbehörde nicht möglich sei. Dies erschwere so die schnellere Hilfe zur Orientierung und zum Ankommen. Die Hilfesuchenden müssen daher selbst zu dem Integrationslotsenverein finden.. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es genügend know-how und Erfahrung, um eine interaktive Homepage „Ankommen im Landkreis Cloppenburg“ zu erarbeiten. Wünschenswert wäre ein diesbezügliches Projekt mit den anderen Akteuren der Flüchtlingsarbeit. Kritisch werden die Wohnheime gesehen, die sich von jeweiligen Ortszentren zu weit entfernt befinden. Diese sollten abgeschafft werden, da durch ihre Lage oft kein Kontakt zur Nachbarschaft möglich ist. Die Geflüchteten sind dort isoliert, durch fehlendes Geld und das geringe ÖPNV-Angebot sind lange Fußwege nötig. Besonders junge Männer leiden unter den Bedingungen des Nichtstuns, somit wird die Gefahr von zu hohem Alkoholkonsum gefördert.

Über die Sprachkurse gibt es auch Unzufriedenheit. Es gibt zu viele Teilnehmer/-innen mit
sehr unterschiedlichem Niveau. So langweilt sich eine Akademikerin, die mit Analphabeten die Aussprache von Ananas üben muss. Die Sprachkurse müssten maximal zehn Teilnehmer/-innen auf möglichst gleichem Niveau haben. Zudem sollte es eine einheitliche Kompetenzfeststellung geben, sodass alle Bildungsträger, sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter diese Personen effektiver in geeignete Maßnahmen leiten können.

Es wurden noch weitere Probleme angesprochen wie der fehlende Wohnraum und fehlende Papiere z.B. über die Heirat, was zur Folge hat, dass arbeitende Familienväter in Steuerklasse I veranschlagt werden. Bei guter Zusammenarbeit von Behörden, Ehrenamtlichen und Vereinen und Institutionen müssten den Bedürfnissen der hier neu Angekommenen besser entsprochen werden. Hier sehen die Integrationslotsen noch Handlungsbedarf, damit die Geflüchteten nicht verbittern. Mit einigem good-will und besserer Kooperation wäre viel zu bewerkstelligen. Die Politiker nahmen die Kritik und Wünsche der Integrationslotsen mit und versprachen, sich in ihren Gremien für eine Verbesserung einzusetzen. Sie bedankten sich beiden Integrationslotsen und den vielen Ehrenamtlichen für ihre wertvolle Arbeit und ihr großes Engagement.

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