Pressemeldung Nr. 129 vom

Jagdzeiten und Gänsemonitoring Janßen: Tragfähiger Kompromiss zwischen Jagd und Naturschutz

Darum geht’s

Heute (Freitag, 11. Juli 2014) hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer den Entwurf einer Neuregelung der Jagdzeitenverordnung vorgelegt, auf den sich die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen geeinigt haben.

Das sagen die Grünen

Hans-Joachim Janßen, agrar- und naturschutzpolitischer Sprecher

„Die Jagd auf Bläss- und Saatgänse wird ganz eingestellt und in Gänse-Schutzgebieten werden die Jagdzeiten auf andere Gänsearten deutlich verkürzt. Das ist aus Sicht des Naturschutzes kein voller Erfolg, aber ein klarer Fortschritt gegenüber den bisherigen Regelungen und belässt den Jägern hinreichende Jagdmöglichkeiten.“

„Welche Auswirkungen die geänderten Jagdzeiten auf das Verhalten der Gänse und die Schäden auf landwirtschaftliche Nutzflächen haben, wollen wir mit einem begleitenden Monitoring gründlich untersuchen lassen, um daraus auch Konsequenzen für die Entschädigungsregelungen gegenüber der Landwirtschaft zu ziehen. Dazu soll ein Arbeitskreis aus Landwirten, Jägern und Naturschützern eingerichtet werden, der das Monitoring intensiv begleitet. Ich hoffe, dass wir damit eine bisher von allen Seiten sehr emotional geführte Diskussion versachlichen können.“

Zum Hintergrund

Nach der bisherigen, seit Anfang 2008 geltenden Jagdzeitenverordnung dürfen Gänse zwischen dem 1. August und dem 15. Januar auch in Gebieten bejagt werden, die zum Schutz der bei uns rastenden und überwinternden nordischen Gänse als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen wurden. In diesen Gebieten soll die Jagd künftig grundsätzlich am 30. November enden. In den Monaten Oktober und November darf dabei jedoch im 14-tägigen Wechsel nur jeweils in der Hälfte des Gebietes bejagt werden. Außerhalb der Vogelschutzgebiete bleibt es – mit Ausnahme der Bläss- und Saatgänse, die überhaupt nicht mehr bejagt werden dürfen – bei den bisherigen Gänse-Jagdzeiten.

Die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen wollen im Juli einen Antrag zur Einrichtung eines begleitenden Monitorings und eines begleitenden Arbeitskreises aus Landwirten, Jägern und Naturschützern in den Landtag einbringen. Dabei soll vor allem untersucht werden, ob sich durch Verkürzung der Jagd die Schäden in der Landwirtschaft erhöhen oder ggf. sogar verringern, weil die Gänse weniger empfindlich auf Störungen reagieren und sich dadurch besser im Raum verteilen. Der begleitende Arbeitskreis dient dem Ziel, die Fakten gemeinsam festzustellen, denn bisher erkennt die eine Seite die von der anderen Seite erhobenen Daten – etwa über den Gänsebestand – nicht an.

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