Pressemeldung Nr. 112 vom

Werra-Weser-Anrainerkonferenz Janßen: Weiteres Spiel auf Zeit ist nicht akzeptabel

Darum geht’s

In Wilhelmshaven trifft sich am heutigen Freitag (20. Juni 2014) die Werra-Weser-Anrainerkonferenz, ein Zusammenschluss aus Kommunen, Verbänden und Wirtschaftsunternehmen. Unter dem Titel „Die Zumutung der Nordseepipeline“ soll über die künftige Entsorgung der bei der Kaliproduktion im hessisch-thüringischen Grenzgebiet anfallenden Abwässer zu beraten werden.

Das sagen die GRÜNEN

Hans-Joachim Janßen, naturschutzpolitischer Sprecher

„Die Einleitung der Abwässer in Werra und Weser muss spätestens 2020 beendet werden. Wir brauchen eine Lösung, die die Umweltschäden so gering wie möglich hält und technisch auch umsetzbar ist.“

„Ein weiteres Spiel auf Zeit zulasten von Werra und Weser ist nicht akzeptabel. Es geht um jährlich acht Millionen Kubikmeter Produktionsabwässer und weitere drei Millionen Kubikmeter Haldenabwässer, die auch nach Beendigung der Förderung als Ewigkeitslast anfallen werden. Ob diese gigantischen Mengen eingedampft werden können, wie die Werra-Weser-Anrainerkonferenz vorschlägt, ist zweifelhaft. Hier erwarten wir Klarheit von einer Studie des Umweltbundesamtes, die noch in diesem Sommer vorliegen soll.“

Zum Hintergrund

Derzeit werden die Produktionsabwässer der Kaliförderung im hessisch-thüringischen Grenzgebiet zum Teil in den Untergrund verpresst, größtenteils aber in die Werra eingeleitet. Von dort gelangen sie über die Weser in die Nordsee. Die Verpressung in den Untergrund muss 2015 beendet werden, die Genehmigung zur Einleitung in die Werra läuft 2020 aus. Es werden derzeit drei Nachfolgelösungen diskutiert: 1.) Die Einleitung in die Oberweser unter Umgehung der Werra, 2.) der Bau einer Pipeline zur direkten Einleitung in die Nordsee und 3.) ein technisches Verfahren, mit dem die Abwässer eingedampft werden sollen. Für die Pipeline zur Oberweser und für die Nordseepipeline hat das Förderunternehmen, die K+S AG,  jeweils ein Raumordnungsverfahren beantragt. Die technische Lösung wurde gutachterlich geprüft. Dieses Gutachten überprüft das Umweltbundesamt derzeit auf seine Plausibilität. 

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